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BABY UND KIND


Der Mutter-Kind-Pass  

Dr. Peter Voitl

 

Viele Entwicklungsstörungen und Erkrankungen können verhindert werden, wenn sie rechtzeitig erkannt werden. In Österreich gibt es seit 1974 den Mutter-Kind-Pass, der ein entscheidendes Instrument zur Früherkennung und -behandlung darstellt. Im Zuge des letzten Sparpaketes wurde die finanzielle Zuwendung für die Teilnahme an den Untersuchungen weitgehend abgeschafft, und leider ist seither ein deutlicher Rückgang der Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen festzustellen, vor allem bei größeren Kindern. Da die Früherkennung von Erkrankungen und Entwicklungsstörungen ein entscheidender Faktor für die spätere Gesundheit ist, spielt die zeitgerechte Durchführung der Untersuchungen eine entscheidende Rolle.

 

  Der Mutter-Kind-Pass

Zur Förderung und Erhaltung der Gesundheit von Mutter und Kind wird ein kostenloses Untersuchungsprogramm für die Schwangeren sowie für das Kind bis zu seinem vierten Lebensjahr angeboten. Das Programm umfasst unter anderem allgemeine Checks des Gesundheitszustandes, Hüftultraschall-, Augen- und Hals-Nasen-Ohren-Untersuchungen. Die Ergebnisse werden im Mutter-Kind-Pass eingetragen.

Wenn bis zum Ende des ersten Lebensjahres des Kindes alle vorgesehenen Untersuchungen absolviert werden, besteht ein Anspruch auf den sogenannten Mutter-Kind-Pass-Bonus in der Höhe von 2.000 Schilling.

Voraussetzung ist, dass eine bestimmte Höhe des Familieneinkommens nicht überschritten wird. Diese Leistung kann rückwirkend innerhalb von zwei Jahren ab dem Tag gewährt werden, an dem das Kind das erste Lebensjahr vollendet hat.

Der Rückgang der Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen hat sich im vierten Quartal des Jahres 1997 nicht nur fortgesetzt, sondern sogar noch verstärkt. Die nun vorliegende endgültige Statistik weist für das Gesamtjahr 1997 gegenüber 1996 österreichweit einen Rückgang um 9,1 Prozent aus. 

Die Statistik für die ersten neun Monate des Jahres 1997, die im April vorgelegen war, wies noch einen Rückgang von 8,7 Prozent auf. Das Ergebnis für das letzte Quartal hat diesen Trend noch verstärkt. Am stärksten gingen über das gesamte Jahr 1997 die Arztbesuche in Niederösterreich (minus 12,7 Prozent), Kärnten (minus 12,2 Prozent), Oberösterreich (minus 10,4 Prozent) und Tirol (minus 10,2 Prozent) zurück. Es folgen Vorarlberg (minus 9,8 Prozent), die Steiermark und Salzburg (jeweils minus 7,3 Prozent). Am geringsten war der Rückgang in Wien (minus 5,4 Prozent) und im Burgenland (minus 5,5 Prozent).

Letzte Aktualisierung: Mai 2000