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Die Bewältigung des Alltags stellt für Alzheimerkranke eine Herausforderung dar. Viele Selbstverständlichkeiten, die uns das Leben normalerweise unbemerkt erleichtern, gehen durch die Erkrankung verloren. So fällt es Betroffenen häufig schwer, sich in ihrer Umgebung zu

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orientieren, und auch das Zeitgefühl kann schwinden. Zudem kann das logische Denken beeinträchtigt sein. Für die Erkrankten sind die eigenen Gedanken dann oft nicht mehr nachvollziehbar.


Oftmals fehlt die Orientierung

Mögliche Folge dieser geistigen Abbauprozesse ist, dass Alzheimer-Patienten vergessen, wie sie an einen Ort gekommen sind oder was sie gerade tun wollten. Sie erkennen beispielsweise die eigene Wohnung nachts nicht mehr oder haben Probleme, das Badezimmer zu finden. Gegenstände wie Schlüssel werden an unpassenden Plätzen abgelegt und nicht mehr gefunden, auf das Ausschalten des Herdes wird vergessen...


Mit Wissen besser durch den Alltag

Diese Symptome der Alzheimer-Demenz erzeugen bei den Betroffenen häufig Angst und bergen zudem Gefahren, die sich durch geeignete Vorsichtsmaßnahmen jedoch reduzieren lassen. Sind Angehörige über mögliche Symptome der Erkrankung ausreichend informiert, können sie das Verhalten der Erkrankten besser verstehen und geeignete Hilfestellungen leisten.


Erhaltene Fähigkeiten fördern

Neben der Gedächtnisleistung nimmt in späteren Krankheitsstadien auch das praktische Geschick der Patienten ab. Es ist also wichtig, Strukturen zu schaffen, die diese Verluste ausgleichen. Noch erhaltene Fähigkeiten sollten möglichst gut genutzt und bisher weniger aktiv gebrauchte Sinne verstärkt angeregt werden. Das bewusste Benennen von Beobachtungen (z.B. beim Spazierengehen mit Angehörigen) hilft dabei, dem Gedächtnis "auf die Sprünge zu helfen" und die Ausdrucksfähigkeit länger zu erhalten.


Auch mit dem Körper sprechen

Die Eigeninitiative kann im Lauf der Zeit verloren gehen - dann liegt es an den Angehörigen, die Betroffenen zu motivieren. Auch wenn die sprachliche Verständigung schwierig wird, kann der Einsatz von Körpersprache auch in fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung positiv wahrgenommen werden. Eine Verknüpfung von Gerüchen oder gerne gehörter Musik mit bestimmten Handlungsabläufen wie Einkaufen oder Kochen kann diese ebenfalls leichter "merkbar" machen. Aber aufgepasst: Ein allzu ehrgeiziges "Training" führt möglicherweise zur Überforderung, da insbesondere das Neu-Lernen bei Alzheimer-Demenz beeinträchtigt ist.


Toleranz und Lob statt Vorwürfe und Kritik

Das Training alltagsrelevanter Tätigkeiten ist aber in jedem Fall wichtig, um die Eigenständigkeit möglichst lange zu gewährleisten. Für die Angehörigen ist es essenziell, zu wissen, dass der Verlust der Selbstbestimmung für die Betroffenen sehr schwer zu verkraften ist. Sie sollten daher möglichst auf Toleranz und Lob setzen und keine Kritik oder Vorwürfe anbringen, auch wenn sie bei den Betroffenen auf Zurückweisung stoßen.


Gewohnheiten aktiv pflegen

Ein gleichbleibender Tagesrhythmus hilft nachweislich, Unsicherheiten und damit verbundene Aggressionen zu reduzieren. Veränderungen jeder Art sind für Alzheimer-Patienten eine große Herausforderung, schon Besuche von Bekannten oder Reisen können durch den Situationswechsel einen Stressfaktor darstellen.

Hobbys aktivieren im Gegensatz dazu bereits bekannte Erfahrungen, was sich positiv auf Stimmung und Motivation auswirkt. Da die Stressverarbeitung der Betroffenen jedoch sehr unterschiedlich ist, kann eine Reise für reisefreudige Menschen durchaus auch eine Bereicherung darstellen - sie sollte dann allerdings sorgfältig geplant sein und mehrfach angekündigt werden.


Tag-Nacht-Rhythmus konstant halten

Die Wirklichkeit eines Alzheimerkranken unterscheidet sich oft von der tatsächlichen. So können beispielsweise realistisch wirkende TV-Krimis bei den Betroffenen zu Panik führen, da die Erkrankten nicht mehr verstehen, dass es sich dabei um ein fiktives Geschehen handelt. Zu Verwirrung und Unruhe kann auch ein gestörter Tag-Nacht-Rhythmus beitragen. Eine ausreichende Beleuchtung der Wohnung in der Nacht hilft bei der Orientierung und beugt Stürzen vor.

Generell sollten die Lebensumstände der Erkrankungsphase angepasst werden, die gerade durchlebt wird. Obwohl sich die Alzheimer-Demenz über mehrere Jahre hinweg oft sehr langsam entwickelt, ist es sinnvoll, wichtige Entscheidungen bezüglich Finanzen, Betreuung und Pflege schon zu Krankheitsbeginn zu fällen. Eine Vertrauensperson kann bestimmt werden, die sich im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit um wichtige Angelegenheiten kümmern soll, oder es kann eine Verfügung im Sinne der Interessen des Erkrankten festgelegt werden.


Folgende Maßnahmen können helfen, die Selbstständigkeit zu bewahren:

Wohnung

  • Sorgen Sie für ausreichende Innenbeleuchtung, die gewährleistet, dass Gegenstände leicht erkennbar und zuordenbar sind.
  • Sichern Sie Gefahrenquellen wie Strom- oder Gasanschlüsse sorgfältig ab.
  • Versehen Sie Gegenstände sowie Türen zu Wohn- und Nutzräumen mit Beschriftungen.
  • Lassen Sie Ersatzschlüssel für Angehörige anfertigen.
Zeitliche Orientierung

  • Bringen Sie in mehreren Räumen Uhren an.
  • Führen Sie einen Kalender.
  • Schreiben Sie Merkzettel.
  • Sorgen Sie für einen gleichbleibenden Tagesablauf.
Alltägliche Verrichtungen

Folgende Hilfsmittel können im Alltag wertvolle Hilfe sein:
  • Anziehhilfen
  • Kleidung mit leicht zu öffnenden Verschlüssen
  • Haltegriffe im Badezimmer und Rutschsicherung
  • Spezialgeschirr

Da zahlreiche Patienten neben der Alzheimer-Demenz an weiteren Erkrankungen leiden, erhalten sie oft eine Vielzahl von Medikamenten. Die korrekte Einnahme dieser Arzneien sollte durch Angehörige bzw. geschulte Betreuungspersonen sichergestellt werden.


Autorin: Dr. med. Iris Leeb

Datum der Erstellung: Mai 2008

Quellen:



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