Das unabhängige Gesundheitsweb für Österreich
netdoktor.at

HEALTH CENTER: Haut

NetDoktor-Expertin

Dr. Peter Komericki

Dr. Peter Komericki

Facharzt für Haut- und Geschlechts- krankheiten

Hautarztsuche

Hautarztsuche

Finden Sie einen Dermatologen in Ihrer Nähe

Feigwarzen (Condylomata acuminata)


Feigwarzen zählen zu den häufigsten sexuell übertragenen Erkrankungen, sie sind Folge einer Infektion mit Humanen Papillom-Viren (HPV). Feigwarzen sind unterschiedlich große Gewebswucherungen - von stecknadelkopfgroßen, einzeln stehenden Wärzchen bis hin zu blumenkohlartigen, flächigen Gebilden, die an den Geschlechtsteilen, am After und im Enddarm entstehen und sich in manchen Fällen auf die umgebende Haut ausbreiten können.

Die Anzahl der Erkrankungen ist in den letzten 20 Jahren stark gestiegen. Besonders gefährdet sind junge Menschen. Die meisten sexuell aktiven Menschen kommen in Kontakt mit den Viren, allerdings entwickelt nur ein sehr kleiner Prozentsatz davon auch Warzen - die überwiegende Mehrheit merkt nichts von der Infektion. Offensichtlich besteht bei bestimmten Menschen eine Neigung, nach Kontakt mit diesen Viren Warzen auszubilden.

Die Papillom-Viren können in Untergruppen gegliedert werden. Einige Untergruppen dieser Viren sind an der Entstehung bestimmter Krebsformen (z.B. Krebs des Gebärmutterhalses) ursächlich beteiligt.


Wie bekommt man Feigwarzen?

  • Feigwarzen werden meist durch sexuellen Kontakt übertragen: Die primären Ansteckungswege sind dabei Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern und ungeschützter Geschlechtsverkehr.
  • In seltenen Fällen kann es zu einer indirekten Ansteckung kommen, zum Beispiel nach dem Gebrauch eines verschmutzten Handtuchs.
  • Kinder können durch den Geburtsvorgang angesteckt werden.
  • Voraussetzung für die Entstehung von Feigwarzen sind Feuchtigkeit, oberflächliche Verletzungen der Haut oder auch Immunabwehrstörungen und Entzündungen.


Welche Beschwerden treten auf?

  • Feigwarzen treten frühestens zwei bis vier Wochen nach der Ansteckung auf. Oft vergehen auch mehrere Monate oder sogar Jahre, bevor die Warzen sichtbar werden.
  • Feigwarzen können vereinzelt oder in Gruppen vorkommen.
  • Sie schmerzen kaum, verursachen aber manchmal Juckreiz.
  • Feigwarzen sehen sehr unterschiedlich aus: flach, knotig oder blumenkohlartig.
  • Bei Männern sind sie oft am Penisschaft oder auf der Vorhaut zu finden. Sie können aber auch bei der Harnröhrenmündung, am After oder im Enddarm sitzen.
  • Bei Frauen treten Feigwarzen an den Schamlippen, in der Scheide, am Gebärmutterhals, nahe der Harnröhrenmündung oder am After auf.
  • Feigwarzen können so flach sein, dass sie mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind.
  • Die meisten Menschen entwickeln auch nach erfolgter Infektion keine Haut- oder Schleimhautveränderungen.


Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Der Arzt stellt die Diagnose durch eine klinische Untersuchung. In seltenen Fällen gelingt es, unsichtbare Feigwarzen durch verdünnte Essigsäure, die auf die Haut getupft wird, nachzuweisen. Wo sich Feigwarzen befinden, werden diese als weiße Felder deutlich. Hilfreich ist die Untersuchung der Gebärmutter mit Hilfe eines Spezialmikroskops (Kolposkop). Auch anhand von Abstrichen und durch eine histologische oder zytologische Gewebeuntersuchung nach einer Probenentnahme lassen sich Hinweise gewinnen. Eine molekularbiologische Untersuchung bringt diagnostische Sicherheit.


Wie werden Feigwarzen behandelt?

In erster Linie ist es wichtig, dass sowohl Sie als auch Ihr/Ihre Partner/in behandelt werden. Es können allerdings nur vorhandene Haut- und Schleimhautveränderungen behandelt werden. Eine Infektion, die keine Warzen hervorbringt, kann nicht behandelt werden.

Gehen Sie dabei sorgfältig vor und folgen Sie den Anweisungen Ihres Arztes. Nur so können Sie sicher sein, dass die Feigwarzen dauerhaft verheilen. Gegen Feigwarzen hilft das Betupfen mit dem Zellgift Podophyllin oder alternativ das Aufbringen einer Creme, die im betroffenen Areal die Immunantwort stärkt.

Ihr Arzt kann Sie an einen Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten oder einen Facharzt für Frauenheilkunde überweisen, der die Feigwarzen in örtlicher Betäubung chirurgisch, mit Laserstrahlen, durch Elektrokoagulation oder durch Einfrieren entfernt. Eine Behandlung mit Interferon scheint die Gefahr eines erneuten Auftretens zu reduzieren, ist aber teuer und nicht frei von Nebenwirkungen.


Prognose

Falls man einmal mit Feigwarzen angesteckt worden ist, besteht das Risiko, dass diese im Laufe der Zeit immer wieder ausbrechen. Die Behandlung dauert manchmal Monate und ist mühselig, da das Warzengewebe in einem bestimmten Rhythmus abgetupft werden muss.

Gewisse Typen von Feigwarzen stehen im Verdacht, an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs und anderen Krebsformen beteiligt zu sein. Deshalb ist es ratsam, dass Frauen nach erfolgreicher Behandlung mindestens einmal jährlich, jedoch besser halbjährlich, einen Abstrich vom Gebärmutterhals nehmen lassen. Das gilt auch für Frauen, die bislang keine Warzen entwickelt haben, deren Partner aber Condylome aufweisen. So kann ein möglicherweise entstandener Krebs meist noch im Frühstadium erkannt und behandelt werden.


Tipps

  • Der Gebrauch von Kondomen beim Geschlechtsverkehr kann das Risiko einer Infektion mit HP-Viren mindern. Eine Übertragung über nicht bedeckte Hautareale ist dennoch möglich.
  • Falls Sie glauben, infiziert zu sein, sollten Sie einen Arzt aufsuchen und sich - aber auch Ihren Partner oder Ihre Partnerin - untersuchen und behandeln lassen.
  • Ein plötzlicher Ausbruch von Feigwarzen kann ein Anzeichen dafür sein, dass Ihr immunologisches Abwehrsystem geschwächt ist.


Autoren: Univ. Prof. Dr. Daisy Kopera, aktualisiert von Dr. Peter Komericki

Letzte Aktualisierung: März 2005

zum Health Center Haut