HEALTH CENTER: MANN & POTENZ
Ursachen der Erektilen Dysfunktion
Alkohol
Alkohol und Sex und treffen häufig
aufeinander:
Sekt, Wein und Bier beschwingen, machen locker, lassen die
Hemmschwelle sinken und die Begierde ansteigen. Aber schon ein
Glas zu viel kann zum Spielverderber werden. Männer, die nicht mehr
gerade stehen können, verlieren oftmals auch im Bett die Standfestigkeit.
Richtig problematisch wird es, wenn der Griff zur Flasche zur Gewohnheit
wird. Experten empfehlen Männern nicht mehr als 20 Gramm Alkohol
täglich. Zur Veranschaulichung: Wer sich ein Seidel Bier mit fünf Prozent Alkoholgehalt vergönnt, hat damit bereits 13 Gramm auf dem Konto, ein Achterl schwerer Rotwein (12% Alkohol) schlägt mit knapp 12 Gramm zu Buche.
Regelmäßiger Alkoholgenuss über die Maßen hat
Auswirkungen auf die Gesundheit - auch auf die Potenz. Mögliche Konsequenzen sind unter anderem:
- Nervenschäden
(Polyneuropathie): Alkohol ist ein starkes Nervengift. Bei Menschen,
die regelmäßig zu viel trinken, leiden die Nervenzellen. Nach und nach
sterben diese ab - mit der Konsequenz, dass Signale nicht mehr richtig
weitergeleitet werden können. Das gilt auch für jene Nervenreize, die einer Erektion zugrunde liegen.
- Hormonstörungen: Unter regelmäßigem Alkoholmissbrauch leidet auch der Hormonhaushalt. Der
Testosteron-Spiegel sinkt, was zu einer Verweiblichung des Körpers führen kann. Einige Männer entwickeln beispielsweise sogar
Brustansätze. Der niedrige Testosteron-Spiegel kann außerdem eine
Schwächung der sexuellen Begierde (Libido) zur Folge haben.
- Psychische Krankheiten: Alkoholkranke leiden häufig unter psychischen Krankheiten, vor allem
Depressionen. Manche depressive Menschen versuchen, ihr Unglück im
Alkohol zu ertränken. In anderen Fällen wird der Alkohol - und der damit
verbundene soziale Absturz und Selbsthass - zum Auslöser für eine
Depression. Sehr häufig gehen Depressionen mit sexuellen Störungen
einher. Eine mögliche Ursache ist dabei die allgemeine Antriebslosigkeit, die
für Depressionen typisch ist und sich auch auf die sexuelle Aktivität
auswirken kann.
Eine weitere Ursache können Medikamente gegen Depressionen (Antidepressiva) sein. Sie greifen in den Hirnstoffwechsel ein und können Potenzstörungen hervorrufen.
Autorin: Dr. Ingrid Wettig,
NetDoktor.de
Redaktionelle Bearbeitung: Jochen Niehaus (Arzt), NetDoktor.at
Letzte Aktualisierung: Oktober 2006


