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Blutungsstörungen

Der weibliche Körper ist ein äußerst komplexes System und unterliegt daher auch einer gewissen "Störanfälligkeit", die sich durch Veränderungen des Menstruationszyklus oder auffällige Blutungen bemerkbar machen kann. Die Ursachen von Blutungsstörungen sind in vielen Fällen harmloser Natur. Es besteht jedoch immer auch die Möglichkeit, dass sich ernst zu nehmende Erkrankungen, wie etwa Gebärmutterkrebs, dahinter verbergen. Darüber hinaus können auch seelische Belastungen erheblichen Einfluss auf den Zyklus nehmen. Bei Blutungsveränderungen ist es daher im Zweifelsfall immer angezeigt, den Arzt aufzusuchen, um eine Erkrankung definitiv ausschließen zu können. Zur besseren Beurteilung der Menstruation durch den Arzt, sollten die Monatsblutungen in einem "Regelkalender" dokumentiert werden.


Wann ist ein Arztbesuch notwendig?

Eine Kontrolluntersuchung durch den Gynäkologen ist angezeigt, wenn folgende Probleme auftreten:

  • Sehr starke Blutung
  • Blutungsdauer länger als acht bis zehn Tage
  • Blutungen außerhalb der "regulären" Menstruation
  • Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr
  • Brauner, blutiger oder fleischfarbener Ausfluss


Welche Zyklusstörungen gibt es?

Unter dem Begriff "Zyklusstörung" werden alle Blutungs-Unregelmäßigkeiten zusammengefasst. Dabei handelt es sich um folgende Auffälligkeiten:

  • Abweichender Menstruationszyklus (kürzer als 22 oder länger als 30 Tage)
  • Sehr starke oder extrem schwache Blutung
  • Verlängerte oder verkürzte Regelblutung
  • Überzählige Blutung bzw. völliges Ausbleiben

Die angeführten Störungen können auch in Kombination auftreten (z. B. verlängerter Zyklus und schwache Blutung). Bei wiederholtem Auftreten der Beschwerden sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, da hinter den Unregelmäßigkeiten auch ernsthafte Erkrankungen stecken können.

 Medizinische Begriffe für allgemeine Zyklusstörungen

  • Amenorrhoe: Völliges Ausbleiben der Blutung
  • Oligomenorrhoe: Seltene Blutungen, langer zeitlicher Abstand
  • Polymenorrhoe: Häufige Blutungen, verkürzter Zyklus
  • Hypomenorrhoe: Regelmäßige, aber sehr schwache Blutung
  • Hypermenorrhoe: Regelmäßige, aber sehr starke Blutung
  • Menorrhagie: Lange andauernde Blutung
  • Brachymenorrhoe: Kurz andauernde Blutung
  • Zwischenblutung: Blutung zwischen zwei normalen Menstruationen
    - Ovulationsblutung: Blutung zum Zeitpunkt des Eisprungs
    - Metrorrhagie: Längere Blutung außerhalb des normalen Zyklus
  • Dysmenorrhoe: Besonders schmerzhafte Regelblutung

 

Starke Blutung (Hypermenorrhoe):

Verstärkten Menstruationen liegen unterschiedliche Ursachen zu Grunde. Einerseits können sie durch Hormonveränderungen - vor allem in der Pubertät oder in den Wechseljahren - bedingt sein. Andererseits kommen aber auch Entzündungen der Gebärmutter, Tumore, Myome, die Verwendung der Spirale oder die Einnahme von Gerinnungshemmern als potenzielle Auslöser in Frage.

Schwache Blutung (Hypomenorrhoe):

Auch hier spielen meist Hormonstörungen eine wichtige Rolle. Der Hormonhaushalt kann durch andere Hormonregelkreise, wie beispielsweise jenen der Schilddrüse, beeinflusst werden. Weiters kommen seelische Ursachen als Auslöser in Frage. Zudem lässt die Einnahme der Pille oder anderer Medikamente die Blutung mitunter schwächer werden.

Häufige Blutung (Polymenorrhoe):

Man spricht von einer Polymenorrhoe, wenn die Dauer des weiblichen Zyklus dauerhaft unter 25 Tage sinkt. Diese kann durch Störungen im Regelkreissystem zwischen Gehirn und Eierstock verursacht werden. Solange kein Kinderwunsch besteht, ist die häufig auftretende Blutung zwar lästig und kann durch den Blutverlust zu einem Eisenmangel führen, ansonsten sind aber keine gravierenden Probleme zu erwarten.

Seltene Blutung (Oligomenorrhoe):

Im Fall der Oligomenorrhoe liegt zwischen den Regelblutungen ein langer zeitlicher Abstand. Diesem Umstand können sowohl körperliche, hormonelle als auch seelische Ursachen zugrunde liegen. Problematisch wird diese Situation vor allem dann, wenn der Wunsch nach einem Kind besteht, da die Chancen auf eine Schwangerschaft reduziert sind. Neben der Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) und einer körperlichen Untersuchung sollte auch eine Hormon-Analyse durchgeführt werden.

Lange Blutung (Menorrhagie):

Bei einer zu lange andauernden Blutung spielen in erster Linie körperliche Probleme eine Rolle. Beispielsweise kann ein Myom in der Gebärmutter bzw. eine liegende Spirale zu derartigen Störungen führen. Als Ursache kommt jedoch auch eine Veränderung der Hormonregelkreise in Frage.

Kurze Blutung (Brachymenorrhoe): 

Eine zu kurz andauernde Blutung wird häufig in Zusammenhang mit der Einnahme oraler Kontrazeptiva (Pille) beobachtet. Darüber hinaus kann sie auf Veränderungen im Hormonhaushalt oder der Gebärmutterschleimhaut zurückzuführen sein. 

Lange Zwischenblutung (Metrorrhagie): 

Dabei handelt es sich um eine länger andauernde Blutung außerhalb des normalen Zyklus. Wobei ein "normaler" Zyklus bei Frauen mit Metrorrhagie häufig gar nicht mehr erkennbar ist. Als Ursache kommen meist Hormonstörungen in Frage, vor allem bei jüngeren Mädchen. Lange andauernde Blutungen können jedoch auch in Verbindung mit Gebärmutter-Myomen, bösartigen Erkrankungen, Schleimhautpolypen oder liegender Spirale stehen.

Autorin: Dr. Britta Bürger 

Letzte Aktualisierung: Jänner 2002

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