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HEALTH CENTER: IMPFEN


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ao.Univ.Prof. Dr. Petra Kohlberger

Prof. Dr. Petra Kohlberger

Univ. Klinik für Frauenheilkunde, MedUni Wien

© Stockdisc / Michlmayr

Mehr Wissen übers Impfen

Das Health Center Impfen bietet Infos zum kleinen Stich

Humane Papilloma-Viren (HPV)

Humane Papilloma-Viren sind weit verbreitete Viren, mit denen sich sowohl Männer als auch Frauen infizieren können. Mehr als zwei Drittel der Menschen - Männer, Frauen und auch Kinder - infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit HPV, ohne dass sie es wissen oder bemerken.

Die Übertragung erfolgt am häufigsten durch sexuelle Kontakte. Humane Papilloma-Viren können aber auch durch einfache (Haut-)Kontakte übertragen werden, so etwa durch kontaminierte Gegenstände, in seltenen Fällen auch bei der Geburt durch Übertragung von der Mutter auf das Kind.

Die Infektion mit HPV verursacht keine klinischen Symptome und heilt meist von selbst ab.
Bei manchen Frauen kann es jedoch zu einer chronischen Besiedelung der Scheide mit HP-Viren kommen, was im Laufe der Zeit zu Zellveränderungen und in der Folge zu Krebsvorstufen führen kann.

Diese Vorstufen können durch den jährlich durchgeführten Krebsabstrich entdeckt werden, der eine wichtige Rolle bei der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs spielt. Jährlich erkranken in Österreich rund 550 Frauen an einem solchen Zervixkarzinom.


Warum impfen?

Es existieren weit über 100 Typen von HP-Viren. Die meisten HPV-Typen tragen nur ein geringes Risiko für eine Krebserkrankung. Diese so genannten Low Risk-Typen können allerdings Genitalwarzen oder gutartige Veränderungen am äußeren Genitalbereich, in der Scheide und am Gebärmutterhals verursachen.

HPV 6 und 11 zählen zu den häufigsten Low Risk-Typen. Sie werden von Experten für die Entstehung von mehr als 90 Prozent aller Genitalwarzen (Condylomata acuminata) verantwortlich gemacht. Diese sind in der Regel nicht gefährlich, werden von den Betroffenen aber als unangenehm, störend und oft auch belastend empfunden und werden beim Geschlechtsverkehr weiter übertragen.

Die Warzen können sich von selbst zurückbilden, müssen allerdings in den meisten Fällen operativ entfernt werden. Da sie zu wiederholtem Auftreten neigen, sind oftmals wiederholte Operationen notwendig. Rund ein Prozent der sexuell aktiven Bevölkerung zwischen dem 15. und dem 49. Lebensjahr ist von Genitalwarzen betroffen.

Andere HPV-Typen wiederum sind mit einem hohen Risiko für eine Krebserkrankung behaftet, sie können zu Krebsvorstufen und in weiterer Folge zu Gebärmutterhalskrebs führen.
Neben zahlreichen anderen Typen sind HPV 16 und 18 in Europa die häufigsten onkogenen (krebserregenden) Typen. Sie zählen zu den sogenannten High Risk-Typen.

Man geht davon aus, dass über 70 Prozent aller Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen und deren Vorstufen durch diese beiden HPV-Typen verursacht werden. Auch Penis- und Analkarzinome, Vulva- und Vaginalkarzinome sowie seltene Krebsformen im Bereich des Rachens und des Kehlkopfes zählen zu den möglichen Folgen einer solchen Infektion.


Woraus besteht der Impfstoff?

Der Impfstoff besteht aus leeren Virushüllen (VLP = Virus-Like-Particles), d.h. er enthält kein genetisches Material der HPV-Viren und ist somit nicht infektiös.

In Österreich ist seit 2006 ein Vierfach-Impfstoff gegen die HPV-Typen 6, 11, 16, 18 und seit 2007 ein Zweifach-Impfstoff gegen die HPV-Typen 16 und 18 zugelassen. Der Zweifach-Impfstoff beugt Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen und deren Vorstufen vor, der Vierfach-Impfstoff ist darüber hinaus auch zur Vorbeugung von Genitalwarzen (Condylomata acuminata) geeignet.


Wann und wie oft sollte man impfen?

Idealerweise sollte die HPV-Impfung vor Beginn der sexuellen Aktivität erfolgen, da einerseits die Wirksamkeit der Impfung bei jungen Menschen am höchsten ist, andererseits eine HPV-Infektion zu diesem Zeitpunkt seltener erfolgt ist. Zur Unterbrechung der Infektionskette ist die Impfung von Personen beiderlei Geschlechts notwendig.

Eine vollständige Impfung besteht aus drei Teilen, die jeweils in den Oberarm verabreicht werden.

  • 1. Teilimpfung
  • 2. Teilimpfung nach einem Monat (Zweifach-Impfstoff) bzw. zwei Monaten (Vierfach-Impfstoff)
  • 3. Teilimpfung sechs Monate nach der 1. Teilimpfung

 

Für wen ist die Impfung vorgesehen?

Zugelassen ist der Impfstoff für Mädchen und Frauen von zehn bis 25 Jahren (Zweifach-Impfstoff) bzw. neun bis 26 Jahren (Vierfach-Impfstoff).

 

Wann sollte die Impfung unterbleiben?

Bei hohem Fieber (über 38 Grad Celsius) oder einer schweren entzündlichen Erkrankung sollte die Impfung in Absprache mit dem behandelnden Arzt verschoben werden. In diesen Fällen bildet das Immunsystem womöglich nicht ausreichend Abwehrstoffe. Auch bei Erkrankungen des Immunsystems oder bei Einnahme von Medikamenten, die das Immunsystem hemmen, empfiehlt es sich, vor einer Impfung Rücksprache mit dem behandelnden Arzt zu halten.
Die HPV-Impfung ist eine vorbeugende (prophylaktische) Impfung und nicht zur Behandlung des Gebärmutterhalskrebses oder dessen Vorstufen geeignet.

Die Impfung sollte grundsätzlich erst nach Ende einer Schwangerschaft durchgeführt werden.
Haben Frauen sich impfen lassen, ohne über eine Schwangerschaft Bescheid zu wissen, besteht allerdings kein Grund, sich um das Kind Sorgen zu machen, da es sich bei der HPV-Impfung um keinen Lebendimpfstoff handelt.


Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Wie bei allen Impfungen kann es an der Einstichstelle zu lokalen Reaktionen, leichten Hautrötungen oder Schwellungen kommen, die aber zumeist schnell wieder verschwinden.


Wie hoch ist der Impfschutz und wie lange hält er an?

Die Impfung gewährt praktisch 100 Prozent Schutz gegen die in ihr enthaltenen HPV-Stämme, sofern zum Zeitpunkt der Impfung keine Infektion vorliegt.

Die derzeit verfügbaren Daten und Studien garantieren einen Impfschutz für die Dauer von fünf Jahren, es wird allerdings vermutet, dass der Schutz deutlich länger andauern könnte.

Wichtiger Hinweis: Geimpfte wie ungeimpfte Frauen sollten einmal jährlich einen Krebsabstrich durchführen lassen. Durch die Impfung kann man sich nur vor den häufigsten krebserregenden HP-Viren schützen, nicht aber vor den anderen Typen, die für etwa 30 Prozent der Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen verantwortlich sind.


Weitere Infos finden Sie in einer umfassenden Krebshilfe-Broschüre zum Thema

Zur Broschüre (Download bzw. Bestellung)

Autorin: Ao. Univ. Prof. Dr. Petra Kohlberger

Letzte Aktualisierung: Juni 2008

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