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Kinderwunsch

Mit Information ans Ziel: So kann die Medizin helfen

Diagnose der Unfruchtbarkeit

Hat ein Paar über einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren ungeschützten Geschlechtsverkehr und stellt sich dennoch keine Schwangerschaft ein, so ist es ratsam, wenn sich beide Partner ärztlich untersuchen lassen, um die Ursache für das Ausbleiben herauszufinden.


Was erwartet uns beim Arzt?

Anamnese

Zunächst wird in einem ausführlichen Gespräch nach bestehenden gesundheitlichen Problemen, durchgemachten Kinderkrankheiten (z.B. Mumps) und erfolgten Operationen gefragt. Darüber hinaus werden Ärztin oder Arzt sich nach den Lebensgewohnheiten, möglichen seelischen Belastungen in Beruf, Familie oder Partnerschaft und vielen anderen Aspekten erkundigen. Eine ausführliche Anamnese ist wichtig, weil sich in vielen Fällen schon hier Hinweise auf die Ursache des unerfüllten Kinderwunschs zeigen können.


Untersuchungen bei der Frau

  • Gynäkologische Untersuchung (Abstrich, Kolposkopie etc.)
  • Ultraschall (Sonographie)
  • Hormonuntersuchungen (z.B. Östradiol, LH, FSH, Testosteron, DHEA-S, Progesteron, Prolaktin, Schilddrüsenhormone)
  • Hysterosalpingographie (HSG): Dabei wird die Eileiterdurchgängigkeit durch ein Kontrastmittel bei einer Röntgenuntersuchung beurteilt.
  • Hysterosalpingokontrastsonographie (HSKS): Hierbei erfolgt die Darstellung der Eileiterdurchgängigkeit während der Ultraschalluntersuchung.
  • Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie)
  • Bauchspiegelung (Laparoskopie)


Untersuchungen beim Mann


Was sind Stufenpläne?

Falls es bei Paaren nicht auf natürlichem Weg zu einer Schwangerschaft kommt, wird der Arzt zu den genannten Untersuchungen raten. Dies erfolgt im Normalfall nach einem Stufenplan. Ziel des Stufenplanes ist es, mögliche Ursachen einzugrenzen, um so den richtigen Therapieansatz für jedes Paar zu finden.

Dabei werden vier Stufen oder Phasen unterschieden:

  1. Anamnese, gynäkologische Untersuchung, Ultraschall, Zyklusprotokoll, Messung der Temperatur gleich nach dem Erwachen (Basaltemperatur), Geschlechtsverkehr zum optimalen Zeitpunkt, unter Umständen Hormonanalyse, Beurteilung der Spermien im Gebärmutterhalsschleim zwölf Stunden nach Geschlechtsverkehr (Postkoitaltest)

  2. Erstellung des Spermiogramms (Menge, Anzahl, Beweglichkeit und Form der Spermien), Zyklusüberwachung mittels Ultraschall (Gebärmutterschleimhaut), Hormonanalysen, Geschlechtsverkehr zum optimalen Zeitpunkt. Falls der Postkoitaltest auffällig war und die Eileiter der Frau durchgängig sind, kann eine Insemination erfolgen.

  3. Bei auffälligem Spermabefund in Phase zwei oder verschlossenen Eileitern der Frau in Phase zwei, wird man dem Paar eine künstliche Befruchtung (IVF) empfehlen.

  4. Bei einer sehr schlechten Spermaqualität (weniger als fünf bis zehn Millionen pro Milliliter) oder einer schlechten Spermamorphologie (Aussehen, Form der Spermien) wird eine ICSI-Therapie empfohlen.


Der Umfang einer Untersuchung richtet sich nach den jeweiligen Befunden. Der diagnostische Stufenplan sollte vor seiner Anwendung zwischen Arzt oder Ärztin und dem betreffenden Paar besprochen werden.

Autorin: Dr. Britta Bürger

Quelle: www.who.int

Letzte Aktualisierung: März 2006

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