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Mit Information ans Ziel: So kann die Medizin helfen

Therapie der Unfruchtbarkeit

Die Therapie der Unfruchtbarkeit richtet sich einerseits nach den zugrunde liegenden Ursachen, andererseits nach den Wünschen und Bedürfnissen des jeweiligen Paares.
In einem ausführlichen Beratungsgespräch sollten die bestehenden Möglichkeiten aufgezeigt, aber auch mögliche Auswirkungen und Folgen ausführlich erörtert werden.

Dementsprechend müssen etwa Erfolgsaussichten, Aufwand sowie körperliche und finanzielle Belastung besprochen werden, ebenso wie die Möglichkeit eines Misserfolges. In erfahrenen Instituten für Reproduktionsmedizin arbeiten Ärzte, Schwestern, Laboranten und - sehr wichtig - Psychiater sowie Psychologen Hand in Hand.


Behandlung bei Hormonstörungen bzw. Störungen des Ei- oder Samentransports

Hormonstörungen bei Frauen und Männern können teilweise sehr erfolgreich behandelt werden. So kann bei der Frau ein Eisprung ausgelöst, beim Mann die Samenqualität verbessert werden. Welche Medikamente hierzu verwendet werden, richtet sich nach der vorliegenden Störung.
Andererseits kann bei Verklebungen der Eileiter oder Samenleiter deren Durchgängigkeit mit Hilfe eines operativen Eingriffs wiederhergestellt werden. Dabei liegt die Erfolgsquote bei männlichen Patienten deutlich höher.


"Künstliche" Befruchtung

Unter diesem Begriff werden Verfahren zusammengefasst, bei denen eine Zeugung nicht über den Weg des Geschlechtsverkehrs erfolgt. Diese Methoden sollten nur dann angewandt werden, wenn andere Behandlungsmethoden versagen bzw. bei den betroffenen Paaren nicht anwendbar oder diesen nicht zumutbar sind. Vor der Behandlung wird in der Regel eine Hormontherapie notwendig, der verwendete Samen wird durch Masturbation gewonnen.

Methoden, bei denen Samen- und Eizellen künstlich zusammengebracht werden

  • Homologe Insemination
    Der Samen des Partners wird in den Körper der Frau eingebracht. Dabei wird das Sperma des Partners entweder in den Gebärmutterhals gespritzt (Intrazervikale Insemination, ICI), direkt in die Gebärmutter (Intrauterine Insemination, IUI) oder in die Eileiter (Intratubale Insemination, ITI). Bei den beiden letzten Verfahren müssen die Samen im Labor speziell vorbereitet werden. Angewendet wird die homologe Insemination, wenn die Samenzellen in ihrer Anzahl reduziert oder ihre Beweglichkeit vermindert ist. Das Verfahren kommt weiters zum Einsatz, wenn der Geschlechtsverkehr von männlicher Seite nicht in ausreichendem Maß möglich ist. Auch können derart Veränderungen am Gebärmutterhals überbrückt werden. Erfolgsquote: etwa fünf bis zehn Prozent.
  • Heterogene Insemination
    Das Verfahren ist vom Prinzip her identisch mit der homologen Insemination. Allerdings wird in diesem Fall auf Spendersamen zurückgegriffen. Erfolgsquote: rund 20 Prozent
  • Gamete Intrafallopian Transfer (GIFT)
    Eizellen aus dem Eierstock werden durch eine Punktion gewonnen und gemeinsam mit den Samenzellen in die Eileiter der Frau eingebracht. Dort kann in der Folge die Befruchtung stattfinden. Der Eingriff wird über die Bauchdecke oder durch den Muttermund vorgenommen. GIFT spielt heutzutage aber nur noch eine untergeordnete Rolle.

Methoden, bei denen Eizellen außerhalb des Körpers befruchtet und dann übertragen werden

  • In-vitro-Fertilisation (IVF / "Befruchtung im Glas")
    Eizellen und Samenzellen werden außerhalb des Körpers zusammengebracht und die Befruchtung abgewartet. Man spricht in diesem Fall von einer extrakorporalen Befruchtung. Die befruchteten Eizellen (maximal zwei bis drei) werden dann in die Gebärmutter eingesetzt. Die In-vitro-Fertilisation kommt häufig zum Einsatz, wenn die Eileiter der Frau nicht durchgängig sind.
    Erfolgsquote: bis zu 30 Prozent, in Abhängigkeit vom Alter der Mutter.
  • Intracytoplasmatische Spermien-Injektion (ICSI)
    Bei diesem extrakorporalen Verfahren wird die Eizelle mittels einer Pipette unter dem Mikroskop mit einem einzigen Spermium direkt befruchtet. Nach zwei Tagen werden die befruchteten Eizellen (maximal drei) in die Gebärmutter eingesetzt. Diese Methode wird angewendet, wenn die Samenzellen des Mannes in ihrer Menge und Beweglichkeit eingeschränkt oder die Samenleiter unterbrochen sind. Die zum Einsatz kommenden Samenzellen können direkt durch eine Punktion des Nebenhodens gewonnen werden.
    Erfolgsquote: bis etwa 30 Prozent, in Abhängigkeit vom Alter der Mutter

Die Rate von Drillingsschwangerschaften nach Übertragung von befruchteten Eizellen bei IVF wird mit vier bis fünf Prozent angegeben, bei der intracytoplasmatischen Spermien-Injektion liegt die Rate sogar bei sechs bis sieben Prozent aller Schwangerschaften. Meist sind die betreffenden Frauen jünger als 35 Jahre, weshalb man vermehrt dazu übergeht, diesen Patientinnen nur zwei befruchtete Eizellen einzusetzen. Auch bei den übrigen Methoden dürfen maximal drei befruchtete Eizellen oder Embryonen übertragen werden

  • In-vitro-Maturation (IVM)
    Bei dieser noch jungen reproduktionsmedizinischen Behandlung werden Eizellen im natürlichen Zyklus nach kurzer und niedrig dosierter Hormongabe im noch unreifen Stadium gewonnen und über wenige Stunden außerhalb des Körpers gereift. Im Vergleich zur konventionellen IVF sind daher niedrigere und kürzere Hormongaben erforderlich. Befruchtung und Rückübertragung von Embryonen erfolgen bei der In-vitro-Maturation nach dem gleichen Prinzip wie bei der In-vitro-Fertilisation. An manchen skandinavischen Spezialkliniken wird die Technik bereits seit längerem erfolgreich angewendet. Ende 2005 wurden auch aus Deutschland (Universitätsfrauenklinik Heidelberg) positive Ergebnisse der Technik vermeldet.


Weitere Behandlungsmethoden

Die ganzheitliche Therapie unterstützt die Gesamtsituation des Paares und wird oft begleitend eingesetzt.

Autorin: Dr. Britta Bürger

Quellen: Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)

Letzte Aktualisierung: April 2006

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