HEALTH CENTER: Männergesundheit
Medikamentöse Therapie bei vorzeitigem Orgasmus
Seit einiger Zeit wird bei vorzeitigem Orgasmus eine neue Medikamenten-Generation mit Erfolg eingesetzt. Es handelt sich dabei um moderne Antidepressiva, die selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI). Sie verhindern im Gehirn, dass der Botenstoff Serotonin an den Nervenendigungen wieder aufgenommen wird. Diese Substanz wiederum ist der Gegenspieler von Dopamin, welches seinerseits bei der Ejakulation eine bedeutende Rolle spielt. Ist der Serotonin-Spiegel an den Nervenzellen und Rezeptoren höher, reduziert sich die Wirksamkeit von Dopamin. Somit ist die Reflexbahn für die Ejakulation im Gehirn weniger empfindlich, die Ejakulation setzt verzögert ein.
In Frage kommen für diesen Effekt etwa Medikamente, die Fluoxetin, Sertalin oder Paroxetin enthalten. Die Wirksamkeit beschränkt sich leider nur auf die Dauer der Einnahme. Nach Absetzen kann das Problem wieder auftreten.
Sind ausschließlich seelische Ursachen für den vorzeitigen Orgasmus verantwortlich, besteht allerdings die Chance, dass nach einigen erfolgreichen Versuchen mit den Medikamenten Ängste und Druck schwinden und der Koitus unter entspannteren Bedingungen abläuft. In der Folge kann die Orgasmuskontrolle bestehen bleiben, auch nachdem die Medikamente abgesetzt werden.
Derzeit wird getestet, ob Medikamente, die den Serotonin-Spiegel beeinflussen, bedarfsgerecht - also ähnlich wie Viagra® - vor dem Geschlechtsverkehr eingesetzt werden können. Bisherige Erfahrungen zeigen allerdings, dass die Planung des Koitus bereits einige Stunden im Voraus geschehen muss, damit diese medikamentöse Therapie greifen kann.
Die Medikamente sollten unter keinen Umständen ohne ärztliche Kontrolle und Rezeptur eingesetzt werden!
Vorzeitiger Samenerguss
Kontraktionsübungen nach Kegel
Stopp-Start-Methode
Squeezing-Technik
Therapiemaßnahmen
Autorin: Dr. Britta Bürger
Letzte Aktualisierung: März 2003

