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Neurodermitis-Forum

 

Die Situation der Eltern

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Eltern von Kindern mit Neurodermitis stehen vor vielen Herausforderungen. Körperliche, seelische und finanzielle Ressourcen werden in großem Ausmaß beansprucht.

Neurodermitis verändert das Leben des Kindes und das aller Familienmitglieder. Nächtlicher Juckreiz sorgt für viele schlaflose Nächte bei Kind, Eltern und Geschwistern. Das kann zu einem angespannten Verhältnis innerhalb der Familie führen.

Erhöhtes Stressgefühl entsteht durch die notwendige, stärkere und kontinuierliche Kontrolle der Kinder: Liegt gefährliche Nahrung herum? Was hat mein Kind gerade im Mund? Was sind die Inhaltsstoffe von notwendigen Nahrungsmitteln?

Einfach nur ein Lokal zu besuchen, ist oftmals nicht möglich. Die Teilnahme an Kinderfesten und Besuche bei anderen Kindern können nur unter Aufsicht geschehen. Selten sind Verwandte, Bekannte, Freunde fähig oder bereit, sich mit den Allergien auseinander zu setzen und diese zu berücksichtigen. So sind die sozialen Aktivitäten oft sehr eingeschränkt und ein engerer bis zu enger Kontakt zu den unmittelbaren Bezugspersonen ist die Folge. So können sich die Eltern oft gar nicht mehr erholen, aber auch sie benötigen Zeit für sich selbst.

Es besteht ein großer Mangel an externer Kinderbetreuung. Diese muss privat organisiert werden und ist extrem teuer. Tagesmütter, Kinderkrippen und Kindergärten lehnen mehrheitlich die Betreuung für ein derart allergisches Kind ab, denn sie haben oft keine Möglichkeit, das mitgegebene spezielle Essen zu wärmen oder können die Verantwortung nicht übernehmen.

Weiters berichten Eltern oft von Ängsten, Schuldgefühlen, Schlafentzug, dem häufigen Erreichen von körperlichen und geistigen Grenzen, Vereinsamung und Isolierung, aber auch hohen finanziellen Belastungen für die besonderen Bedürfnisse im täglichen Leben.

Die Zeitressourcen sind bei berufstätigen Angehörigen ohnehin gering. Das Erarbeiten und Erlernen der Betreuung des Kindes erfordert einen sehr hohen Zeitaufwand (Wissen beschaffen, Kochen neu lernen, ernährungswissenschaftliches und medizinisches Wissen aneignen, um das Leben des Kindes zu erleichtern). Verzweiflung und Ohnmacht werden oft massiv erlebt.

Eine häufige Folge der kontinuierlichen Überforderung und Erschöpfung ist eine Erkrankung der Bezugspersonen. Es ist gerade auch für die Eltern wichtig, einen Ausgleich zu finden und "Dampf abzulassen". Ein Austausch unter Eltern, während die Kinder von anderen betreut werden, kann eine wichtige Stütze sein.

Verfasst von Mag. Barbara Schiestl, Psychologin in Wien und Mutter eines Sohnes mit Neurodermitis

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