KRANKHEITEN
Syphilis (Lues)
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Was ist Syphilis?
Syphilis ist eine Geschlechtskrankheit, die durch das Bakterium Treponema pallidum übertragen wird.
Syphilis kommt heutzutage in
unseren Breiten sehr selten vor. Bei vielen der gemeldeten Fälle handelt
es sich um Personen, die sich im Ausland angesteckt haben.
Syphilis ist z. B. in Afrika und in Asien sowie z. T. auch in Ländern des
ehemaligen Ostblocks sehr verbreitet.
Wie bekommt man Syphilis?
Syphilis wird durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen und gilt als sexuell übertragbare Krankheit (sexually transmitted disease, STD).
Syphilis kann aber auch angeboren sein, wenn Mütter das Kind vor der Geburt über die Plazenta (diaplazentar) anstecken (Lues connata). Diese ist durch die obligaten Schwangerschaftsuntersuchungen bei uns so gut wie verschwunden. Die klinischen Symptome sind ganz anders als bei der "normalen" Lues: Blasenbildung, Schnupfen, Lebervergrößerung - Hepatomegalie, Knochen- und Knorpelentzündung - Osteochondritis, später auch neurologische Veränderungen, typische Zahnveränderungen, Hornhautentzündung - interstitielle Keratitis.
Bei einer Kontaktinfektion während der Geburt entwickelt sich ein regulärer Krankheitsausbruch (so genannter Primäraffekt).
Welche Beschwerden treten bei Syphilis auf?
Innerhalb von zehn bis 90 Tagen (durchschnittlich drei Wochen nach der Infektion) erscheint ein Geschwür auf der Haut oder Schleimhaut direkt an der Stelle der Infektion, auch "harter Schanker" genannt. Innerhalb von zehn Tagen tritt dann eine regionale Lymphknotenschwellung auf. Das Geschwür sitzt z. B. am Penis, an den Schamlippen oder in der Scheide. Das Geschwür kann bei Oralverkehr auch im Mund oder im Rachen und bei Analverkehr im Enddarm entstehen.
Auch unbehandelt heilen die Geschwüre von selbst nach einigen Wochen ab.
Nachdem das Geschwür verschwunden oder während es immer noch vorhanden ist, beginnt das 2. Stadium mit einem hell- bis braunroten fleckigen Ausschlag am ganzen Körper. Es können Beschwerden auftreten, die an eine Grippe erinnern, mit Fieber und Muskelschmerzen zur Folge. Auch dieser Ausschlag verschwindet, und es treten allgemeine Lymphknotenveränderungen (generalisierte Lymphadenopathie) sowie scharf begrenzte plattenartige Hautveränderungen an typischen Stellen (z. B. Schleimhäute, Handflächen und Fußsohlen) auf.
Danach kommen die Beschwerden zum Stillstand, aber die Krankheit kann jederzeit wieder auftreten.
In den späten Stadien kann die Syphilis an verschiedenen Körperstellen auftreten. Die gefährlichsten Spätfolgen betreffen die Hauptschlagader, das Herz sowie Veränderungen des Nervensystems und des Gehirns.
Wer ist dem besonderen Risiko ausgesetzt?
Personen, die ungeschützten Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern betreiben, besonders in den Ländern, in denen Syphilis weit verbreitet ist. Auch Geheimprostitution spielt eine Rolle.
Gute Ratschläge
Praktizieren Sie Safer Sex - benutzen Sie Kondome beim Geschlechtsverkehr. Gehen Sie zum Arzt, sobald Sie einen Verdacht haben, und lassen Sie sich und Ihren/Ihre Partner/in behandeln.
Wie stellt der Arzt die Diagnose Syphilis?
Ihr Hausarzt wird Sie in der Regel an einen Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten verweisen. Je nach Stadium der Erkrankung werden Sie in Verbindung mit weiteren Untersuchungen und Behandlungen eventuell in ein Krankenhaus eingewiesen werden. Ab und zu können die Erreger im Frühstadium anhand eines Abstrichs vom Geschwür nachgewiesen werden. Eine Blutprobe kann durch den Nachweis der Antikörper im Blut zur Erkennung der Syphilis beitragen. Bei fortgeschrittener Erkrankung kann eine Probe der Rückenmarksflüssigkeit Aufschluss darüber geben, ob sich die Infektion in das Zentralnervensystem ausgebreitet hat.
Wie wird Syphilis behandelt ?
- Syphilis wird mit Penicillin behandelt.
- Die Partner müssen sich ebenfalls der ärztlichen Untersuchung unterziehen. Erkrankte müssen alle Personen, mit denen sie in den letzten drei Monaten vor dem ersten Auftreten der Symptome sexuellen Kontakt gehabt hatten, darüber informieren, da auch sie möglicherweise infiziert sind.
- Syphilis ist meldepflichtig.
Prognose
- Bei einer rechtzeitigen Behandlung heilt die Syphilis folgenlos aus.
- Wenn Syphilis nicht behandelt wird, können Jahre später die oben beschriebenen Komplikationen auftreten.
Autor: Prof. Dr. Gerhard Tappeiner
Letzte Aktualisierung: August 2004
