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KRANKHEITEN

 

Uterusmyom
(Gutartige Muskelgeschwulst der Gebärmutter)

Die Gebärmutter (Uterus) hat etwa die Größe und Form einer kleinen Birne. Das schlanke Ende ragt mit dem Gebärmuttermund in die Scheide. Das Organ besteht aus einer gleichmäßig starken Muskelwand, die in ihrem Inneren von einer Schleimhaut und gegenüber dem Bauchraum von Bauchfell überzogen ist. Die Gebärmutter liegt zwischen der Harnblase und dem Mastdarm.

In der Muskulatur der Gebärmutter können sich gutartige Knoten bilden. Diese sogenannten Myome können entweder in die Gebärmutterhöhle hineinwachsen, in der Gebärmutterwand entwickelt sein oder gegen den Bauchraum wachsen. Es gibt einzelne oder viele Myomknoten, die die Gebärmutter größer und an ihrer Oberfläche unregelmäßiger machen. Im letzteren Fall spricht der Mediziner von einem "Uterus myomatosus".

Die Ursachen für die Entstehung der gutartigen Muskelgeschwülste sind nicht genau bekannt. Allerdings weiß man, dass ihr Wachstum stark von Östrogenen, den auch normalerweise im Körper einer gesunden Frau vorkommenden weiblichen Geschlechtshormonen, beeinflusst wird.


Welche Beschwerden macht ein Uterusmyom?

Etwa 75 Prozent der Patientinnen haben keinerlei Beschwerden. Wenn Beschwerden auftreten, sind diese abhängig von der Lage, Größe und Anzahl der Myome.

Zu den Beschwerden zählen:

  • Starke Menstruationsschmerzen
  • Verstärkte und verlängerte Menstruationsblutungen
  • Durch Druck auf den Mastdarm kann es zu Verstopfung, durch Druck auf die Harnblase zu Störungen beim Harnlassen kommen.
  • Kreuzschmerzen und Schmerzen, die in die Beine ausstrahlen, können ebenso auftreten. Diese entstehen durch den Druck von Myomknoten auf die Nervenaustrittsstellen im Becken.


Wer bekommt Myome in der Gebärmutter?

Etwa 30 Prozent aller Frauen nach dem 30. Lebensjahr weisen Myome auf. Das Myomwachstum ist hormonabhängig und ist am häufigsten bei Frauen um das 40. Lebensjahr. Nach den Wechseljahren bilden sich im allgemeinen keine neuen Myome mehr, vielmehr bilden sich viele Myome nach dem Wechsel wieder zurück.


Mögliche Folgen und Komplikationen von Myomen

  • Blutarmut als Folge von abnorm langen, unregelmäßigen und/oder verlängerten Blutungen aus der Gebärmutter
  • Myome können zu Schwierigkeiten beim Entstehen einer Schwangerschaft führen.
  • Bei weniger als 0,5 Prozent der Frauen mit Myomen besteht die Gefahr einer Entwicklung zu einer bösartigen Geschwulst (Sarkom).


Wie wird ein Myom / werden Myome diagnostiziert?

Ihr Frauenarzt stellt Myome anhand einer gynäkologischen Tastuntersuchung fest, indem er über die Scheide die Gebärmutter genau abtastet. Ebenso kann er ein Myom mittels Ultraschall (meist von der Scheide aus) diagnostizieren.


Wie behandelt man Myome der Gebärmutter?

  • Solange Myome keine Beschwerden verursachen, müssen sie im Normalfall auch nicht behandelt werden.
  • Wenn Myome Beschwerden (Kreuzschmerzen, Verstopfung, Blutungsstörungen u. ä.) machen, sollten Sie mit Ihrem Frauenarzt die für Sie persönlich am besten geeignete Behandlung besprechen.
  • Je nach Lage der Myomknoten sowie deren Anzahl und Größe, besteht die Möglichkeit, sie seltener über die Scheide oder häufiger durch einen Bauchschnitt operativ zu entfernen.
  • Statt mittels Bauchschnitt kann in besonderen Fällen eine Myomausschälung auch mittels Bauchspiegelung (= Laparoskopie) erfolgen.
  • Bei mehreren großen Myomen muss meist die gesamte Gebärmutter entfernt werden. Die Gebärmutterentfernung kann meist über einen Bauchschnitt erfolgen, seltener auf dem Weg der Scheide.
  • Auch eine Hormonbehandlung, die sogenannte Gestagentherapie, kann zur Verkleinerung von Myomknoten führen. Eine vor der Operation durchgeführte Hormonbehandlung kann auch sinnvoll sein, um danach gebärmuttererhaltend operieren zu können.
  • Spezielle Hormonbehandlungen mit Gn-RH-Analoga können auch zur Rückbildung eines Myoms oder von Myomen führen und unter Umständen eine Operation überflüssig machen.
  • Bei Blutungsstörungen kann auch eine Gebärmutterspiegelung und Entfernung von Myomen aus der Gebärmutterhöhle erfolgreich durchgeführt werden.


Kann man trotz Myomknoten in der Gebärmutter schwanger werden?

Myome sind grundsätzlich in den meisten Fällen kein Hindernis für eine Schwangerschaft. Allerdings kann die Entwicklung einer Schwangerschaft durch Myome erschwert sein.

 

Autor: Prof. Dr. Edgar Petru

letzte Aktualisierung: Februar 2004