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SEXUALITÄT & PARTNERSCHAFT

Feigwarzen
(Condylomata acuminata)

Prof. Dr. Daisy Kopera

 

  Was sind Feigwarzen?

Feigwarzen zählen zu den sexuell übertragbaren Krankheiten (STD). Sie sind Folge einer Infektion mit Papillom-Viren (HPV). Condylomata acuminata sind stecknadelgroße, blumenkohlartig aussehende Gewebswucherungen, die an den Geschlechtsteilen, am After und im Enddarm entstehen und zu kirschgroßen Gebilden heranwachsen können.

Die Papillom-Viren können in Untergruppen gegliedert werden. Einige davon sind behandlungsresistenter als andere. Manche Untergruppen dieser Viren sind an der Entstehung bestimmter Krebsformen (z. B. Krebs des Gebärmutterhalses) ursächlich beteiligt. Feigwarzen zählen zu den häufigsten durch Viren verursachten Geschlechtskrankheiten. Die Anzahl der Fälle ist in den letzten 20 Jahren stark gestiegen. Besonders junge Menschen zählen zur Risikogruppe.

 

  Wie bekommt man Feigwarzen?

  • Feigwarzen werden meist durch sexuellen Kontakt übertragen.
  • Selten kann es auch zu einer indirekten Ansteckung kommen, zum Beispiel nach dem Gebrauch eines verschmutzten Handtuchs.
  • Kinder können durch den Geburtsvorgang angesteckt werden.
  • Begünstigend wirken unter anderem Feuchtigkeit, kleine Verletzungen der Haut, Entzündungen oder Störungen der Immunabwehr.

 

  Welche Beschwerden treten auf?

  • Feigwarzen treten frühestens zwei bis vier Wochen nach der Ansteckung auf. Oft vergehen aber mehrere Monate, bevor die Warzen sichtbar werden.
  • Feigwarzen können vereinzelt oder in Gruppen vorkommen.
  • Sie schmerzen kaum, verursachen aber Juckreiz bzw. Brennen.
  • Sie können sehr unterschiedlich - flach, knotig oder blumenkohlartig - aussehen.
  • Bei Männern sitzen die Feigwarzen oft am Penisschaft oder auf der Vorhaut, sind aber mitunter auch im Bereich der Harnröhrenmündung, am After oder im Enddarm vorzufinden.
  • Bei Frauen treten Feigwarzen an den Schamlippen, in der Scheide, am Gebärmutterhals, nahe der Harnröhrenmündung oder am After auf.
  • Feigwarzen können so flach sein, dass sie mit bloßem Auge nur schwer zu erkennen sind.

 

  Welche sind die Hauptansteckungswege?

  • Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern
  • Ungeschützter Geschlechtsverkehr

 

  Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Der Arzt stellt die Diagnose nach einer klinischen Untersuchung. Um "unsichtbare" Feigwarzen nachzuweisen, wird verdünnte Essigsäure auf die Haut getupft. Dort, wo sich Feigwarzen befinden, sind diese infolge als weiße Stellen zu erkennen. Hilfreich ist die Untersuchung mit einem Spezialmikroskop (Kolposkop). Auch anhand von Abstrichen und durch eine histologische Gewebeuntersuchung lassen sich Hinweise gewinnen. Eine molekularbiologische Untersuchung bringt diagnostische Sicherheit.

  Wie werden Feigwarzen behandelt?

In erster Linie ist es wichtig, dass sowohl Sie als auch Ihr(e) Partner behandelt werden. Folgen Sie bei der Behandlung den Anleitungen Ihres Arztes. Nur so können Sie sicher sein, dass die Feigwarzen dauerhaft verheilen. Gegen Condylomata acuminata hilft das Betupfen mit dem Zellgift Podophyllin.

Ihr Hausarzt kann Sie an einen Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten bzw. einen Gynäkologen überweisen, der die Feigwarzen unter örtlicher Betäubung chirurgisch, mithilfe von Laserstrahlen, durch Elektrokoagulation oder Einfrieren entfernt. Eine Behandlung mit Interferon scheint die Gefahr eines erneuten Auftretens zu reduzieren, ist aber nicht immer frei von Nebenwirkungen und zudem kostspielig.

Prognose

Falls man einmal mit Feigwarzen angesteckt worden ist, besteht das Risiko, dass diese immer wieder auftreten. Die über Monate andauernde Behandlung ist mühselig, da das Warzengewebe täglich abgetupft werden muss. Gewisse Typen von Feigwarzen stehen im Verdacht, an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs und anderen Krebsformen beteiligt zu sein. Deshalb sollten weibliche Patientinnen nach erfolgreicher Behandlung zumindest einmal jährlich - besser noch halbjährlich - einen Abstrich vom Gebärmutterhals nehmen lassen. Auf diese Weise kann ein eventuell vorhandener Krebs in vielen Fällen noch im Frühstadium erkannt und behandelt werden.

 

  Tipps

  • Kondome können das Infektionsrisiko mindern.
  • Besteht der Verdacht auf eine Infektion, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen, da ein plötzlicher Ausbruch von Feigwarzen auch ein Anzeichen für ein geschwächtes Abwehrsystem sein kann.

 

Letzte Aktualisierung: Juni 2000