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SEXUALITÄT & PARTNERSCHAFT

HIV und AIDS
(Human Immundeficiency Virus / Acquired Immune Deficiency Syndrome)

HIV steht für "Human Immundeficiency Virus". Viren haben keinen eigenen Stoffwechsel. Sie sind gezwungen, in lebende Zellen einzudringen.

HIV nutzt den Stoffwechsel der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) aus. Sie heißen entweder T-Helferzellen oder CD4-Zellen. Eine Ansteckung mit HIV kann entweder in den ersten sechs Wochen zu grippeähnlichen Beschwerden führen oder stumm (beschwerdefrei) verlaufen.

Auch ohne Krankheitsanzeichen kann eine infizierte Person das Virus übertragen. Die weißen Blutkörperchen haben in der Regel sechs bis zwölf Wochen nach der Ansteckung so viele Antikörper (Abwehrstoffe) gebildet, dass diese im Blut nachgewiesen werden können. Von da an fällt der HIV-Test positiv aus.

Der HIV-Infizierte hat meist keine Beschwerden. In seinem Körper vermehrt sich das Virus und befällt immer mehr Blutzellen, wodurch die Abwehrkräfte immer weiter geschwächt werden.

Nach fünf bis fünfzehn Jahren ist das Abwehrsystem so schwach, dass es mit relativ harmlosen Krankheitserregern nicht mehr fertig wird. Man spricht dann von AIDS. Ohne Behandlung vergehen im Durchschnitt neun Jahre von der Ansteckung bis zum Ausbruch von AIDS.


Was ist AIDS?

AIDS bedeutet "Acquired Immune Deficiency Syndrome", auf Deutsch: "Krankheitsbild der erworbenen Abwehrschwäche". Es entsteht, wenn das HIV viele T-Helferzellen zerstört hat. Dadurch wird das Immunsystem geschwächt. Symptome sind:

  • Müdigkeit
  • ungewollter, unerklärbarer Gewichtsverlust
  • wiederholte Entzündungen der Haut und der Atemwege, die bei üblichen Behandlungen nicht verschwinden
  • Fieber
  • geschwollene Lymphknoten
  • Durchfall
  • kleine tiefe Wunden, denen ein kleines Bläschen vorausgegangen ist
  • nächtliche Schweißausbrüche
  • das Wiederauftreten von abgeheilten Infektionen (unter anderem Herpes, Toxoplasmose, Gürtelrose)
  • schwere Entzündungen durch normalerweise harmlose Bakterien (sog. opportunistische Keime).


Wie wird das Virus übertragen?

  • Sex ohne Kondom (ungeschützter Sex)
  • Blut-zu-Blut-Übertragung durch unreine Spritzen oder eine Bluttransfusion mit verunreinigtem Blut. Heutzutage wird das gesamte Blut auf HIV getestet, das Risiko einer Ansteckung ist daher sehr gering.
  • Mutter-zu-Kind-Übertragung: während einer Schwangerschaft und beim Stillen kann das Virus übertragen werden.
  • Im normalen Umgang mit HIV-Positiven (Händeschütteln, Wangenküsse, das Leben im gemeinsamen Haushalt etc.) wird das Virus nicht übertragen.


Wer ist einem besonderen Risiko ausgesetzt?

  • Paare, bei denen ein Partner Sex mit vielen, wechselnden Partnern (Promiskuität) ohne Kondom betreibt
  • Menschen, die ungeschützten Sex mit Partnern haben, die aus Ländern mit hoher HIV-Durchseuchung stammen (Afrika südlich der Sahara, Karibik, Asien)
  • Homo- und bisexuelle Männer, die mit wechselnden Partnern ungeschützten Sex haben.
  • Frauen, die mit wechselnden Partnern, vor allem bisexuellen Männern, ungeschützten Sex haben
  • Prostituierte, die ungeschützten Sex haben - betroffen sind auch ihre Kunden und deren Sexualpartner.
  • Drogenabhängige, die sich Spritzen teilen
  • Gesundheitspersonal, das Gefahr läuft, sich mit fremden Körperflüssigkeiten zu infizieren
  • Kinder einer HIV-infizierten Mutter
  • Personen, die viele Bluttransfusionen bekommen haben, oder vor 1985 mit Blutprodukten behandelt wurden.


Wie kann eine Ansteckung verhindert werden?

  • Benutzen Sie bei neuen Sexualpartnern ein Kondom! Zwar garantiert auch dies nicht, dass eine Ansteckung völlig ausgeschlossen ist, das Risiko ist aber deutlich geringer.
  • Drogenabhängige sollten keine gebrauchten Spritzen benutzen.
  • In Ländern, in denen das Blut nicht auf HIV untersucht wird, sollte - falls möglich - auf eine Bluttransfusion verzichtet werden.
  • Menschen, die infiziert sind oder zu einer Risikogruppe gehören, sollten nicht Blut, Sperma oder Organe spenden.
  • Ein negativer HIV-Test bedeutet nicht, dass man nicht mit HIV infiziert ist. Möglicherweise liegt zu wenig Zeit zwischen der Ansteckung und dem Bluttest. 12 Wochen nach einer möglichen Ansteckung ist bei einem negativen Test eine HIV-Infektion mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit  auszuschließen (frühestens durchführbar ist der Test nach 5 Wochen, wobei hier das Ergebnis entsprechend weniger sicher ist).


Was können Sie tun, wenn Sie vielleicht mit HIV infiziert worden sind?

Wenn Sie glauben, dass Sie möglicherweise angesteckt worden sind, sollten Sie sich an Ihren Arzt wenden. Er wird Sie im Hinblick auf einen Test und eine mögliche Behandlung beraten. In den meisten Fällen wird der Arzt einen sofortigen und einen weiteren Test in etwa drei Monaten vornehmen.

Der Arzt wird sofort mit einer vorbeugenden Behandlung beginnen, falls

  • Sie vor kurzem einem besonders hohen Risiko ausgesetzt waren, oder Sie die oben genannten Anzeichen einer primären HIV-Infektion aufweisen. 
  • Sie mit großer Sicherheit wissen, dass Ihr Partner mit HIV angesteckt ist, oder Sie bei einem Unfall (Stich mit einer Spritze) einem hohen Risiko ausgesetzt waren.

Diese vorbeugende Behandlung sollte spätestens wenige Stunden nach der Ansteckung beginnen.  Weitere Auskunft erhalten Sie bei Ihrem Arzt oder bei einer der österreichischen Aidshilfe-Stellen.


Wo können Sie auf HIV getestet werden?

Sie können getestet werden bei:

  • einer der sieben österreichischen AIDS-Hilfen (s. unten): der HIV-Test ist gratis, freiwillig und anonym. 
  • Ihrem Hausarzt
  • Krankenhäusern (vorher erkundigen)
    beim Hausarzt und in Krankenhäusern ist der HIV-Test nicht in jedem Fall gratis.

In einzelnen Fällen ist der HIV-Test nicht freiwillig: 

  • Blut-, Organ-, Muttermilch- oder Samenspender
  • Adoption
  • vor einer Ei-Transplantation


Wie sieht die Behandlung aus, welche Medikamente werden verschrieben?

Es werden fortwährend neue und bessere Medikamente gegen HIV entwickelt. Es wird versucht, die Ausweitung des Virus einzudämmen. Somit kann die Zahl der Abwehrzellen möglichst lange hoch gehalten werden.

HIV ist ein Virus, das leicht und häufig seine Zusammensetzung ändert. Dadurch werden gezielt entwickelte Medikamente schnell wirkungslos. Das Virus entwickelt Resistenzen. Um das Risiko der Resistenz zu verkleinern, und um das Virus auf verschiedene Arten zu bekämpfen, wird eine Behandlung mit mehreren Arzneimitteln vorgenommen. 

  • Es werden antivirale Stoffe eingesetzt. Diese Stoffe hemmen die Verbreitung des Virus im Körper. Das Abwehrsystem wird dadurch gestärkt. Die Ansteckungsgefahr für andere besteht aber weiterhin.
  • gezielte Behandlung von Infektionen
  • Der Betroffene wird gegen verschiedene Krankheiten geimpft, zum Beispiel gegen Grippe, Lungenentzündung und ansteckende Leberentzündungen (Hepatitis).
  • Behandlung der Begleiterscheinungen der HIV-Erkrankung und AIDS (Übelkeit und Appetitlosigkeit)


Was können Sie selbst tun?

  • Es ist wichtig, Ihren seelischen Zustand zu unterstützen. Dadurch wird die körperliche Abwehr gestärkt. Hilfreich sind Gespräche mit Menschen, die Ihnen nahe stehen, oder Psychologen.
  • Die opportunistischen Infektionen und Folgekrankheiten müssen sofort behandelt werden. In schweren Fällen muss man sofort in ein Krankenhaus.
  • Je früher die Diagnose gestellt wird, desto wirkungsvoller ist die Behandlung.
  • Wenn Sie einem Ansteckungsrisiko ausgesetzt waren, sollten Sie sich testen lassen. Dies gilt auch, wenn Sie sich gesund fühlen.
  • Selbsthilfegruppen können eine große Hilfe sein.
  • AIDS schwächt Ihre Verdauung. Eine ausgewogene und nahrhafte Kost ist sehr wichtig.


Mögliche Verschlechterung

  • Infektionen, die ein gesunder Mensch vielleicht nicht einmal bemerkt, können für den HIV-Infizierten tödlich verlaufen. Es kann zu schweren Entzündungen der Organe kommen. Dazu zählen unter anderem: Tuberkulose, Lungenentzündung durch Pneumocystis carinii, Toxoplasmose des Gehirns, Reaktivierung einer Cytomegalievirusinfektion und Entzündungen mit dem Pilz Candida albicans.
  • Krebs, insbesondere Hautkrebs (Karposi-Sarkom) und Lymphdrüsenkrebs (Lymphome)
  • Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) und Schädigung des Gehirns (Enzephalopathie), die unter anderem zum Abbau der Gehirnleistung (Demenz) führt


Prognose

Die Krankheit ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht heilbar. Mittlerweile können viele Folgekrankheiten behandelt werden. Früher betrug die Lebenserwartung durchschnittlich ein Jahr. Durch neue Behandlungsmethoden ist die Lebenserwartung deutlich verbessert worden.

Autor: Prim. Dr. Norbert Vetter


Letzte Aktualisierung: November 2003


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Aids Hilfe Haus - Mariahilfer Gürtel 4 
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Fax.:0732/ 2170-20
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Letzte Aktualisierung: März 2008