LUPE
Ursachen gibt es viele
Die Tatsache, dass vor allem junge Mädchen von Essstörungen betroffen sind, hat kulturelle Gründe. Der Druck, schön sein zu müssen, ist auf Mädchen eben viel größer. Und
"schön" heißt in unserer Gesellschaft einfach auch: schlank.
Theorien über mögliche Ursachen für
Essstörungen gibt es viele. Manche glauben an eine erbliche Veranlagung; es gibt aber auch
psychische und lerntheoretische Hypothesen. Eine gewisse Rolle spielen bestimmte Persönlichkeitsstrukturen. So sind viele
Anorektikerinnen etwa zwanghaft, leistungsorientiert, genau und kontrolliert. Unter den
Bulimikerinnen sind viele Fälle des
so genannten Borderline-Syndroms, das sich unter anderem durch impulsives, unkontrollierbares Verhalten
auszeichnet. Die Essanfälle können ein solches Verhalten darstellen. Eine weitere Gruppe unter den Bulimikerinnen hat eine
Sozialphobie, das heißt, dass sie sich in Menschenansammlungen
extrem unwohl und unsicher fühlen: Sie haben Angst, peinliche Dinge zu tun. Sexueller
Missbrauch ist - als ein unspezifischer Risikofaktor - in der Vorgeschichte vieler essgestörter Mädchen zu finden.
| Einführung | Warnzeichen | Diät als Warnsignal | Behandlung |
Dieser Artikel beruht auf einem Gespräch mit Univ.-Prof. Dr. Martina De Zwaan, Universitätsklinik für Psychiatrie, Wien. Das Gespräch führte Dr. Norbert Hasenöhrl.
Autor: Dr. med. Norbert Hasenöhrl
Letzte Aktualisierung: Oktober 2000
