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Vertrauen durch Information
Dr. Erich Mayer-Fally
Auch wenn medizinische Untersuchungsmethoden im Sinne des Patienten die Diagnose erleichtern bzw. überhaupt erst ermöglichen, sind sie doch auch oft mit Unannehmlichkeiten, Schmerzen und Ängsten verbunden. Die folgenden Ausführungen sollen Ihnen dabei helfen, zumindest einen Teil Ihrer Ängste und Sorgen vor unangenehmen Untersuchungen abzubauen, und zu einem besseren Verständnis der notwendigen Diagnoseschritte beitragen.
Ein
Aufklärungsblatt ist kein Ersatz für
das Gespräch mit dem
Arzt
Ein derartiger Aufklärungsbogen enthebt aber das behandelnde Ärzteteam keineswegs von seiner Verpflichtung, Sie auch in einem Gespräch eingehend zu informieren. Wobei dieses am besten von einem Facharzt geführt wird, der mit dem Vorgang besonders gut vertraut ist und daher ausführlich über die Untersuchung und ihre Konsequenzen aufklären kann.
Weiters sollte im Verlauf dieses Gesprächs auch auf die Ängste des Patienten in Bezug auf Unannehmlichkeiten und Schmerzen Rücksicht genommen bzw. auf Sorgen über mögliche unangenehme Diagnosen eingegangen werden. Zudem sollte auch die Frage nach Bewahrung der Intimsphäre - etwa bei einer gynäkologischen Untersuchung oder einer Rektoskopie - zur Sprache gebracht werden.
Stellen Sie Fragen!
Scheuen Sie sich nicht davor, im Aufklärungsgespräch all die Fragen zu stellen, die Sie beschäftigen und deren Beantwortung Ihre Ängste reduzieren bzw. Ihren Wissensdurst stillen kann. Erst durch genaues Erklären der Untersuchung wird das Vertrauen in die Methode gesichert.
Sie haben das Recht auf eine angemessene
Bedenkzeit
In einem Aufklärungsgespräch muss auch die Frage nach möglichen unerwünschten Nebenwirkungen ausreichend Platz haben. Ein offenes Aufklärungsgespräch sollte das Vertrauen in das Diagnosemittel sichern und etwaige Bedenken ausräumen. Lassen Sie sich jedoch nie zu etwas "überreden", wozu Sie kein Vertrauen gefasst haben. Sie haben immer das Recht, zu einem Diagnoseschritt auch "Nein" zu sagen. Ebenso muss man Ihnen eine ausreichend lange Bedenkzeit einräumen.
Lassen
Sie sich den Untersuchungsgang vor Ort - auch anhand der erforderlichen
Geräte - nochmals erklären und scheuen Sie sich nicht davor, erneut Fragen zu
stellen. Bei manchen Untersuchungen ist es möglich, vorher eine
medikamentöse Beruhigung (Sedierung) zu erhalten. Diese Möglichkeit
sollte jedoch schon bei der Information durch den Arzt zur Sprache gebracht
werden, damit das für Sie am besten geeignete Medikament zum Einsatz
kommen kann. Bei ambulanten Untersuchungen ist es empfehlenswert, eine
Begleitperson mitzubringen, um den Nachhauseweg nicht alleine absolvieren
zu müssen. Das Lenken von Fahrzeugen ist nach einer Sedierung bzw. einer
belastenden Untersuchung keinesfalls anzuraten.
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Letzte Aktualisierung: Juni 2002
