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Verletzung der Rotatorenmanschette der Schulter

Im Schultergelenk wirken viele Muskeln in komplexer Weise zusammen, um den großen Bewegungsspielraum zu ermöglichen. Die einzige knöcherne Verbindung zwischen Schulter und Rumpfskelett ist das Schlüsselbein. Einzig die Muskulatur übernimmt also die Stabilisierung des Gelenks und die Kraftübertragung.

Besonders häufig sind Verletzungen im Bereich der Rotatoren. Dies ist eine Muskelgruppe, die den Oberarmkopf in der Gelenkpfanne des Schulterblatts hält und Drehungen nach innen und außen kontrolliert. Insbesondere bei Überkopf-Sportlern, z.B. Werfern, aber auch bei Schwimmern und Golfern, ist diese Muskelgruppe durch gleichförmige Bewegungsmuster und große Trainingsintensität hohen Belastungen ausgesetzt. 

Winzige Überlastungsschäden (Mikrotraumen), die dann auch bei kleineren Verletzungen zu Schäden und Rissen in diesem Bereich führen, sind die Folge. Auch Verrenkungen (Luxationen) können neben anderen Weichteilschäden an der Schulter zu solchen Verletzungen führen.


Was sind die Anzeichen für eine Rotatorenmanschetten-Verletzung?

Oft haben Sportler ein Gefühl der Instabilität oder Kraftlosigkeit. Schmerzen stehen weniger im Vordergrund. Der Arzt kann durch genaue Befragung (Anamnese) und Untersuchung feststellen, ob die Rotatorenmanschette verletzt ist.

Durch eine Magnetresonanztomographie (MRT) lässt sich diese Verletzung gut erkennen. Auch eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie), bei der gleichzeitig die Möglichkeit der Therapie besteht, macht die Verletzung sichtbar.


Wie wird eine Rotatorenmanschetten-Ruptur behandelt?

Besonders wichtig ist eine ausgefeilte Physiotherapie. In vielen Fällen lässt sich die Instabilität beseitigen, besonders wenn keine Verrenkung vorlag. Führt das systematische Trainingsprogramm nicht zu einer ausreichenden Stabilisierung, ist eine operativer Eingriff notwendig. Wichtige Methoden sind arthroskopische Nahttechniken.


Wie wird weiter behandelt?

Die Physiotherapie besitzt auch nach einer Operation eine größere Bedeutung als bei Verletzungen anderer Gelenke. Sportler sollten drei Monate uneingeschränkte Sportpause einhalten.


Treten Komplikationen auf?

Komplikationen wie Blutung, Thrombose oder verfrühter Gelenkverschleiß sind bei konsequenter Therapie selten. Dennoch können Überkopf-Sportler oft nicht mehr uneingeschränkt Sport treiben. Alltagsbelastungen hält das Gelenk jedoch stand.

Autor: Dr. med. Martin Schäfer, Facharzt für Chirurgie

Literatur: 
M. Engelhardt, B. Hintermann, B. Segesser: GOTS-Manual Sporttraumatologie. Hans Huber, Bern 1997.
Deutsche Zeitschrift für Unfallchirurgie. Jahrgang 50 (1999). Springer-Verlag, Berlin.

letzte Aktualisierung: Juli 2000

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